Einfacharbeitsplätze: Auslaufmodell oder Beschäftigungsperspektive:

Ergebnisse des Projektes „Einfacharbeitsplätze pro Beschäftigung“ im Westfälischen Ruhrgebiet

Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Schaffung und Erhaltung fairer Beschäftigungsverhältnisse sind zentrale Anliegen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Insbesondere in und für Regionen wie das Westfälische Ruhrgebiet, in denen in den letzten
Jahrzehnten viele gute und sichere Arbeitsplätze für Un- und Angelernte verloren gegangen sind, ist dies eine besondere Herausforderung.

Die Landesregierung unterstützt deshalb zum Beispiel präventive Ansätze, um den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu gestalten, und ist auf Bundes und Landesebene im Kontext der Zielsteuerung im SGB II und bei der Ausweitung von Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose unter anderem durch ESF-kofinanzierte Landesprogramme wie „Öffentlich geförderte Beschäftigung
in NRW“ aktiv. Auch regionale Modellprojekte wie das Projekt „Einfacharbeitsplätze pro Beschäftigung“
werden aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds in diesem Zielkontext gefördert.

EinfachEinfacharbeitarbeit – Hinter diesem technischen Begriff stecken sehr vielschichtige Tätigkeiten, für die zwar keine formale Ausbildung erforderlich ist, die aber im betrieblichen Alltag erlernt werden können und die eine enorme Bedeutung für die Unternehmen haben. Einfacharbeit wird gewertschätzt wie alle anderen Tätigkeiten in einem Unternehmen auch. Das zeigen die Befragung von Unternehmen
aus der Region Westfälisches Ruhrgebiet, die im Rahmen dieses Projektes durchgeführt wurde, und die
sechs Unternehmensbeispiele.

Und Einfacharbeit ist keine Marginalie (geworden) – nicht durch den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft wie auch voraussichtlich zukünftig nicht durch den Wandel zur Industrie 4.0. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 300.000 Menschen,
die länger als ein Jahr arbeitslos sind. Zwei Drittel von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Besonders für diese Menschen kann Einfacharbeit eine Perspektive bieten. Es stellen sich jedoch die Fragen, unter welchen Bedingungen Einfacharbeit heute stattfindet und welche Erfahrungen und Einsatzstrategien die Betriebe haben. Wie können Einfacharbeitsplätze geschaffen
und erhalten werden? Wie können Unternehmen ihre Einfacharbeitsplätze besetzen und wie können
davon geringqualifizierte Langzeitarbeitslose profitieren?

Das Projekt „Einfacharbeitsplätze pro Beschäftigung“, das unter der Leitung der Wirtschaftsförderung Dortmund mit den beiden Projektpartnern Soziale Innovation GmbH und Sozialforschungsstelle der Technischen Universität Dortmund, in KooEinfacharbeit2peration mit den Jobcentern Dortmund, Kreis Unna und Hamm und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm durchgeführt wurde, beleuchtet genau diese Fragestellungen – der Fokus liegt dabei auf den Rahmenbedingungen und Anforderungen in den befragten Unternehmen – und zeigt Perspektiven und mögliche Ansatzpunkte
auf, die sich für die weitere Arbeit der regionalen Arbeitsmarktakteure ergeben.

Die Ergebnisse des Projektes wurde in der Broschüre „Einfacharbeitsplätze: Auslaufmodell oder
Beschäftigungsperspektive“ aufbereitet und zusammengefasst.

Download Broschüre Einfacharbeit