Zuwanderer lernen per Bildungsscheck Deutsch

Foto: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm mbH

Die Genossenschaft der Öko-Bauern setzt auf feste Arbeitskräfte auch aus Süd-Ost-Europa – eine Sprachförderung wird mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds ermöglicht

Mit dem Bildungsscheck lassen sich viele Türen öffnen; das gilt für Unternehmer ebenso wie für Angestellte und Arbeiter. Auch die Integration von Zuwanderern im Arbeitsmarkt kann mit Hilfe von Bildungschecks aktiv unterstützt werden.

Ein Positivbeispiel ist die Genossenschaft der Öko-Bauern eG in der Nachbarkommune Lippetal. Mit Hilfe der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet und der Wirtschaftsförderung Hamm  hat das Unternehmen jetzt sechs Zuwanderern aus süd-ost-europäischen EU-Ländern den Erwerb von Grundlagen der deutschen Sprache ermöglicht.

„Wir haben gute Erfahrungen mit diesen Arbeitskräften gemacht“, sagt Betriebskoordinator Andreas Bröcker. Für das Sortieren, Waschen und Verpacken der landwirtschaftlichen Rohprodukte wird trotz Maschinen-hilfe immer noch menschliche Arbeitskraft benötigt. Etwa 60 Mitarbeiter stemmen die Produktion, in der Saison kommen weitere hinzu. Es wird immer schwerer, für diese einfachen Tätigkeiten, die auch nicht hoch bezahlt sind, geeignetes Personal zu finden. Die Genossenschaft Öko-Bauern eG hat deshalb auch gerne auf Zuwanderer aus süd-ost-europäischen EU-Ländern zurückgegriffen.

Verbesserungsbedarf gibt es aber in der Kommunikation. „Im täglichen Miteinander gibt es aber immer wieder Verständigungsprobleme.“ Deshalb hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die Sprachbarriere aktiv anzugehen und den zugewanderten Arbeitskräften auf freiwilliger Basis Deutschunterricht anzubieten. Bis Weihnachten werden zunächst zehn Doppelstunden absolviert. Es geht um den Erwerb von Grundkenntnissen. „Wir haben gemerkt, dass die Kommunikation oft ein begrenzender Faktor ist und sind hocherfreut, dass alle sechs Mitarbeiter positiv auf unsere Anfrage reagiert haben und das Angebot wahrnehmen“, so Bröcker.

Nach dem ersten Durchlauf soll gemeinsam überlegt werden, ob der Sprachunterricht, der abends außerhalb der Dienstzeit im Schulungsraum der Firma erteilt wird, im neuen Jahr fortgesetzt wird. „Wir hoffen, dass durch unsere Initiative auch die Identifikation mit unserem Betrieb steigt“, sagt Geschäftsführer Klaus Rauhaus. Es gehe auch darum, diese fleißigen Arbeitskräfte langfristig zu integrieren. Alle seien ganzjährig sozialversicherungspflichtig beschäftigt und nicht nur saisonal eingestellt.

Gerne hat die Genossenschaft Öko-Bauern eG für den Sprachunterricht die Möglichkeiten des Bildungsschecks genutzt. Über die Beratungsstelle der Wirtschaftsförderung Hamm wurde diese Förderung zur Verfügung gestellt.

„Das habe ich sehr gerne vermittelt“, sagte Bildungsscheck-Berater Christian Jürgenliemke. „Es ist beispielhaft und vorbildlich, wie die Öko-Bauern eG ihre Mitarbeiter mit Zuwanderungshintergrund in das Unternehmen integriert“. Zudem sei es ein gutes Beispiel dafür, wie ein Arbeitgeber nicht allein wegen der Bezahlung für Mitarbeiter attraktiv sei.

Die Möglichkeiten des Bildungsschecks will das Unternehmen auch im kommenden Jahr erneut nutzen, dann zur Weiterqualifizierung der Mitarbeiter in der EDV oder ähnliches.

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